Cogito ergo sum

Hättet ihr uns nicht so viel erklärt, dann hätten wir auch mehr verstanden... (Schüler-Graffiti)

 

Der Schauspieler Moritz Stoepel präsentiert eine literarische Zeitreise, die mit Texten von Jacques Prévert, Hermann Hesse und Friedrich Torberg beginnt und dann das Publikum bis zu den utopischen Züchtigungsanstalten bei Aldous Huxley führt. Heitere Szenen aus dem Schulalltag liefern Karl Valentin, Egon Friedell, Kurt Tucholsky, Marcello D´Orta, Erich Kästner u.v.m. werden die Literaturtheaterreise in die Welt der Schule und Familie bereichern.

 

 

PRESSESTIMMEN

 

Mit einem gewaltigen Stimmvolumen und einer schauspielerischen Glanzleistung begeisterte der Sänger und Schauspieler Moritz Stoepel am Freitagabend das Publikum im voll besetzten Literaturhaus „Uwe Johnson“.

 

Der Solokünstler hatte passend zum Motto des Klützer Literatursommers ein literarisch-musikalisches Programm zusammengestellt und die Zuschauer konnten so eine Premiere erleben. Schule, Bildung, Erziehung, Herkunft und Familie – viele bedeutende Schriftsteller verarbeiteten diese Lebensthemen in ihren Werken, und Moritz Stoepel trug stimmgewaltig, dramatisch und witzig daraus vor.

Er sprach in verschiedenen Dialekten und Sprachen, sang und musizierte, flüsterte und schrie, stampfte und gestikulierte und leitete das Publikum leidenschaftlich und mitreißend durch seine ausgewählten Stücke. „COGITO ERGO SUM. Hättet ihr uns nicht so viel erklärt, hätten wir auch mehr verstanden...“ lautete der Titel seiner literarischen Zeitreise, die nicht nur Texte von bedeutenden deutschsprachigen Schriftstellern wie Hermann Hesse, Friedrich Torberg, Egon Friedell, Kurt Tucholsky und Thomas Bernhard enthielt, sondern auch englischsprachige Autoren wie Aldous Huxley und Barrie Keeffe. Auch die traurige Geschichte der Zwangszivilisierung des indianischen Volkes wurde thematisiert.

Dem Publikum stockte der Atem bei dem szenischen Vortrag über die Züchtigungsanstalten, wie sie Aldous Huxley in seinem Roman „Schöne neue Welt“ beschreibt, in dem Säuglinge durch Elektroschocks und andere Reize manipuliert und in werte und unwerte Menschen eingeteilt werden. Stoepel spielte unterschiedliche Rollen in einem Stück und trat als Dichterfürst Goethe und schlechter Schüler Züst in dem Sketch „Goethe im Examen“ auf. Eine Satire auf den Schulbetrieb von Egon Friedell und Alfred Polgar aus dem Jahr 1908. In bestem Frankfurterisch stellt sich der Dichter den Fragen der Prüfungskommission, die den Kandidaten just zu Goethes Leben und Werk befragt. So viel sei verraten, der „echte“ Goethe schneidet bei Prüfung schlecht ab und führt so die Vorstellung von Bildung ad absurdum.

Auch die tragische Geschichte des Prüfungskandidaten Kurt Gerber konnten die Zuschauer durch die intensive Vortragsweise Stoepels hautnah miterleben. Die zynische Arroganz der Professoren, die Angst des Prüflings und das sich abzeichnende Drama, das mit dem Freitod Kurt Gerbers endet. So erzählt in dem Roman „Der Schüler Gerber“ von Friedrich Torberg.

Gefühlvoll und mitreißend waren auch die Lieder u. a. von Georges Moustaki, den Beatles, Reinhard Mey. Die musikalische Begleitung durch die vielen verschiedenen Instrumente ließ die Textvorträge umso plastischer wirken.

 

Barbara Stierand, August 2015

 

 

© 2013 by MORITZ STOEPEL  |  Proudly made by vero-signo.de

  • w-facebook